Jubiläumsfeier 30 Jahre Dabuka

Ein Abend zwischen Rückblick und Aufbruch

Jubiläumsfeier 30 Jahre: Nach monatelanger Vorbereitung war es gestern endlich soweit. Wir feierten das 30-jährige Bestehen unserer Firma.

Kurz vor solchen Großveranstaltungen denkt man dann ja oft: „Warum habe ich mir das eigentlich angetan? So viel Stress, so viele Unwägbarkeiten. Planungen, Geld.“

Aber mir war klar, dass ich eben etwas sichtbar machen wollte: einen Akzent setzen, innehalten und zeigen, wie viele erfolgreiche Touren, Events und Veranstaltungen im Laufe dieser Zeit zustande gekommen sind.

Oft neigen Menschen dazu, sehr genau hinzuschauen, was alles nicht läuft (und davon gibt es in dieser Branche und speziell in Ägypten genug), anstatt auch einmal kurz stolz auf vollbrachte Taten zu sein.

Touren durch Libyen, den Sudan und natürlich immer wieder die ägyptische Wüste, das legendäre Gilf el Kebir.

Tarek welcoming guests

Projekte, Geschichten, Menschen

Aber auch Unterstützung von wissenschaftlichen Projekten (NASA), Filmen (ORF), archäologischen Missionen (Universität Wien), Sportevents (Rowing the Nile) und Kultur (Klavier und Ballett in der Wüste). Die Liste ist lang.

Und als zentrale Person bei alldem: Tarek – Gründer und Eigentümer der Firma, der sie letztlich durch Einfallsreichtum, Zähigkeit und Willen durch alle Untiefen gesteuert hat. Zufälligerweise ist er inzwischen auch mein Ehemann, aber hier geht es wirklich um die Geschäftsbeziehung.

Ausgestattet mit diesem Material und vielen Ideen gingen wir also in die Planung dieses Events.

Einladungen, Überraschungen und kleine Realitäten

Einladungen wurden gedruckt und per Boten verschickt – rechtzeitig, damit man es im Kalender vermerken konnte.

Wie wir später feststellten, nutzte das nur bedingt, denn bei manchen Leuten geriet die Einladung so in Vergessenheit, dass sie bei unserer Erinnerung völlig überrascht waren. Andere verwechselten bis zum Schluss das Datum und erschienen deshalb nicht.

Andere sagten zu – und kamen trotzdem nicht. Es blieb bis zum Schluss spannend.

Kulinarik, Logistik und die unsichtbare Infrastruktur

Zentraler Punkt einer jeden Veranstaltung: was gibt es zu essen. Natürlich soll ausgelagert werden, aber wer, was, wo? Zum Glück fanden wir ein Restaurant, das bereit war, sein Essen bei uns im Garten quasi frisch zuzubereiten. Pizza aus dem Ofen, Pasta on the spot – vegetarisch nicht zu vergessen – es soll ja für jeden etwas dabei sein.

Toiletten müssen auch sein – wo etwas hineinkommt, will es auch wieder heraus. Die bisherige im Garten – nicht schön genug. Leute alle ins Haus holen – nein.

Also werden tragbare Toilettenhäuschen geordert, geliefert, aufgebaut – und tun gute Dienste.

People discussing business together
Dorothee shows pictures to a friend

Jubiläumsfeier 30 Jahre – Der Garten wird zur Bühne

Mostafa und seine Leute bemühen sich tagelang, den Garten wirklich in Ordnung zu bringen. Kein sprießendes Unkraut irgendwo, kein vergessener Müll vor der Haustür, keine losen Kabel und überhaupt eine funktionierende Stromverbindung. Licht, Essen, Präsentation – alles hängt auch davon ab. Die lose herumhängenden Kabel schaue ich lieber nicht genauer an.

Die Liste geht weiter: Tische, Stühle, Bänke, Beleuchtung, Getränke… hingeschrieben in ein paar Worten – aber getragen von einem Team, das wieder einmal zusammengehalten hat.

Besonders wichtig: die Technik. Wir bereiten eine Präsentation mit Bildern und Musik vor – sie wird auf einem Screen im Garten übertragen. Der Screen besteht übrigens aus einem gespannten Tuch – glatt gebügelt und strahlend weiß gewaschen, funktioniert das wunderbar.

Proben, kleine Geheimnisse und große Spannung

Mariam und Amir gemeinsam mit Nofal sorgen für reibungslose Abläufe.

Ich bin auch nervös, weil ich mir zwei Sketches ausgedacht habe, die inmitten der Präsentation für Aha-Momente sorgen sollen. Dazu muss man ein wenig Theater spielen. Nofal hat sich bereit erklärt mitzumachen, ein Skript wurde geschrieben und besprochen. Achtung – bitte Präsentation genau an diesem Punkt stoppen. Achtung Mohamed – bitte genau zu diesem Moment mein Handy klingeln lassen. Mostafa – bitte rechtzeitig altes Zeitungspapier besorgen.

Funktionieren die Mikrofone? Oh, meine Güte, es ist Eid, hier arbeitet niemand – woher bekommen wir neue Batterien?

Friends enjoying the program
Martin, the british piano player

Der Tag der Wahrheit

Theoretisch war schließlich die Planung abgeschlossen. Vieles musste erst am Eventtag erledigt werden. Ich zog es vor, erstmal nicht mehr darüber nachzudenken. Solange noch ein paar Tage dazwischen liegen, ist ja noch Zeit. Drei Tage, zwei Tage, heute…

Ich wache auf und weiß: ok – da muss ich jetzt durch und ich kann das. Ich habe meine Begrüßungsrede vorbereitet und erzähle sie sicherheitshalber einem imaginären Publikum so oft, bis ich mich so sicher fühle, dass ich nicht ins Stocken geraten werde.

Wenn der Garten erwacht

Im Garten wird es lebendig. Die Möbel werden angeliefert. Wo soll was genau stehen? Martin, der Pianospieler, kommt schon früh, um seinen Platz einzurichten. Auch er ist ein wenig nervös, denn er ist Teil der Vorführung und möchte das Publikum erreichen. Hilfe – die USB-Verbindung zwischen Klavier, Mikrofon und Lautsprecher funktioniert nicht? Zum Glück kann das Technikteam helfen.

Im hinteren Teil werden die Toilettenhäuschen aufgebaut, vorne die Möbel, dazwischen das Essen. Bilder werden aufgehängt, Broschüren ausgelegt. Wir haben eine extra Jubiläumsausgabe mit wahren Geschichten produziert.

Festive garden lights and guests
Staff preparing food for dinner

Fokus, Familie und Vertrauen

Ich wandere ein wenig herum – und ziehe mich dann immer wieder ins Haus zurück. Mehr und mehr konzentriere ich mich auf meine Rolle an diesem Abend, blende alles andere aus. Ich moderiere, führe durchs Programm, schauspielere.

Meine wunderbaren Söhne schicken mir Durchhaltenachrichten. Doch ich weiß: es wird gut.

Der Abend beginnt

Ab 18 Uhr eröffnet Martin mit Pianomusik den Abend, ein erster Gast erscheint. Ein paar weitere, es tröpfelt.

Ich warte mit der Eröffnung, bis ein paar mehr Leute da sind. Wo bleiben sie nur?

Nachrichten gehen ein: „Wir finden es nicht, könnt ihr noch einmal die Location schicken?“ „Ja, natürlich – wir sind gleich da, können aber nicht lange bleiben…“

Ok.

Our partner Amr talks with friends

Jubiläumsfeier 30 Jahre: Vorhang auf

Und dann: Vorhang auf. Die Show beginnt.

Und es trägt.

Ich merke irgendwann beglückt, dass jeder seinen Part, den er übernommen hat, gewissenhaft ausführt. Es gibt keine Pannen, ich muss kaum improvisieren.

A colorful friend enjoying the latest Dabuka Magazine
Dorothee offers a medal to Tarek
Dabuka Stand with material

Der Moment der Medaille

Und dann kommt der Moment, auf den ich persönlich hingefiebert habe: Ich habe für Tarek eine Medaille machen lassen, die ich ihm am Ende der Präsentation feierlich überreiche.

Später sagen mir Gäste, dies sei ein besonderer Moment gewesen, weil man gemerkt habe, dass die Worte echt waren.

Und vermutlich beschreibt das den Abend am besten.

A friend writing wishes for the future

Ein Abend, der echt war

Der Abend war perfekt – getragen von Menschen, die da sein wollten, und von einer Energie, die sich nicht künstlich herstellen lässt.

Die Übergabe der Medaille an Tarek war bewusst inszeniert und als zentraler Moment gedacht.

Ja, und das ist das Gefühl des ganzen Abends.

Er war echt. Gefüllt mit positiver Energie, fröhlichen, einander zugewandten Menschen, Zusammenhalt und Hoffnung.

Ausblick

Für einen Moment gab es keine Probleme, sondern ein einziges großes, tragendes Gefühl.

Dabuka wird 30 Jahre – und wir freuen uns auf alles, was noch vor uns liegt, auch wenn wir wissen, dass es nicht immer einfach sein wird.

Friends talking